 Bergbau-Information
Presseinformationen des Gesamtverband Steinkohle e. V.
Auszüge und Presseinfos aus den Bergbau-Informationen zum nachlesen. Immer aktuell und informativ.
"LANDTAG LEHNT VORZEITIGEN KOHLEAUSSTIEG AB" "Saarbrücken - Der Landtag des Saarlandes hat sich gestern einstimmig gegen den Vorstoß der EU gewandt, die Beihilfen für den Steinkohlenbergbau bereits im Oktober 2014 einzustellen. Der Vorschlag aus Brüssel stelle nicht nur das Steinkohlefinanzierungsgesetz in Frage, sondern würde auch das sozialverträgliche Auslaufen des Bergbaus an der Saar unmöglich machen, waren sich die Parteien über die Fraktionsgrenzen hinweg einig. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Klaus Meiser, hatte bei der Begründung des Antrags an alle Parteien appelliert, diesen zu unterstützen. 'Unser Protest muss ein lauter sein', sagte Meiser. Ulrich Commercon, stellvertretender Fraktionschef der SPD, sagte, er sei 'zutiefst erschüttert über die Querschläger aus Brüssel'. Und Grünen-Chef Hubert Ulrich sagte, ein vorzeitiges Ende des Steinkohlenbergbaus komme den Grünen in der Sache zwar gelegen, die Sozialverträglichkeit müsse aber garantiert sein." Saarbrücker Zeitung, vom 26.08.2010
Quelle: BI Nr. 34 / 2010
"AUCH DIE KOHLE IST FÜR MERKEL EINE 'BRÜCKE'" "Lünen - Vor dem Eingang der Baustelle des Steinkohle-Kraftwerks am Lüner Stummhafen war die Schar der Demonstranten übersichtlich. Hier entsteht in Nachbarschaft zum Kohlekraftwerk der Steag ein hocheffizientes Kohlekraftwerk der Stadtwerke-Gruppe Trianel. Auch in der Kohle sieht Merkel wie in der Kernkraft eine 'Brückentechnologie', wie sie nach ihrem Rundgang betonte. Offenbar hält die Regierung die erneuerbaren Energien für einen schmalen Steg, wenn sie ihnen gleich zwei Brücken zur Seite stellt. Trianel wiederum sieht die Laufzeitverlängerung für die Atomkraft kritisch. Trianel-Sprecher Sven Becker machte beim Kanzlerinnenbesuch deutlich, dass es auch hochmoderne Kohlekraftwerke sowie das Trianel-Projekt eines Windparks gegen Atomkraftwerke auf dem Energiemarkt schwer haben. Kernkraft untermauere die Vorherrschaft der Energiemultis und behindere die Stadtwerke. Merkel erklärte, sie habe sich bewusst ein Stadtwerke-Projekt ausgesucht. 'Sie werden sehen, dass sich auf dem Energiemarkt etwas verändern wird, sie müssen sich keine ganz großen Sorgen machen', so die Kanzlerin." Christoph Bauer in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen, vom 27.08.2010
Quelle: BI Nr. 34 / 2010
"NEUER WERKSTOFF FÜR 700-°C-KRAFTWERKE" "Duisburg - ThyssenKrupp VDM hat gemeinsam mit E.ON und Hitachi Power Europe im Labor einen neuen Werkstoff entwickelt, der nach erfolgter Testphase ein wesentlicher Baustein für die Konstruktion fortschrittlicher 700-°C-Kraftwerke sein wird. Mit dieser neuen Technologie könnte die Effizienz von Kohlekraftwerken bei gleichzeitiger Reduktion des Kohlendioxidausstoßes weiter verbessert werden. Die Steigerung des Wirkungsgrades neuer Kraftwerke wird durch die Erhöhung der Dampftemperatur im Kessel und der Turbine von 600 °C (bei einem Druck von 250 bar) auf rd. 700 °C (350 bar) erreicht - eine Temperatur, der die heute im modernen Kraftwerksbau eingesetzten Materialien nicht dauerhaft standhalten würden. Insoweit kommt den von ThyssenKrupp VDM entwickelten Sonderstählen auf Nickelbasis eine Schlüsselrolle bei der Konstruktion des Kraftwerks der Zukunft zu. In den Forschungslaboren der ThyssenKrupp VDM ist speziell für diesen Einsatzbereich ein bestehender Werkstoff mit deutlich verbesserten Eigenschaften weiterentwickelt worden. Der 'Alloy 617 B occ' (optimised chemical composition) - entspricht bei ThyssenKrupp VDM dem Nicrofer 5520 occ - zeichnet sich durch hohe Festigkeit und Verformbarkeit (Duktilität) bei gleichzeitig guter Schweißbarkeit aus. In den Kraftwerken der kommenden Generation könnte er in Rohren, Ventilen und Verbindungsteilen sowie als Blech verwendet werden. Seine besonderen Eigenschaften erhält der Alloy 617 B occ aus drei Gründen: Er wird im Vakuum er- und umgeschmolzen, wodurch die Aufnahme unerwünschter Stoffe aus der Luft vermieden wird. Dann enthält der Werkstoff eine minimale Menge des Elements Bor, dessen Gehalt genau definiert und optimal eingestellt werden muss. Zum dritten werden die Gehalte an Molybdän und Kohlenstoff optimiert, um bei gleichbleibender Festigkeit die Schweißbarkeit zu verbessern. 'Der Alloy 617 ist eine der am besten untersuchten Nickellegierungen und seit Jahrzehnten im Druckbehälterbau im Einsatz', sagt Ralf Husemann von Hitachi Power Europe. 'Trotzdem sind bei uns Optimierungen der Werkstoffeigenschaften im Hinblick auf eine zusätzliche Betriebssicherheit beim A 617 occ durchgeführt worden. Betriebssicherheit ist bei Hitachi oberstes Gebot', ergänzt Husemann. Der neue Hochleistungswerkstoff soll ab 2012 parallel zu weiteren Laboruntersuchungen in Versuchsanlagen erprobt werden. Die umfangreiche Erprobung der neuen Werkstoffe ist eine wichtige Voraussetzung für den Bau eines 700-°C-Kraftwerks. Ein Vorläufer des jetzt optimierten Alloy 617 B occ ist bereits seit etwa fünf Jahren in verschiedenen Laboren und Versuchsanlagen erfolgreich getestet worden. Die Ergebnisse und Erfahrungen haben bei der Entwicklung des neuen Werkstoffes eine wichtige Rolle gespielt. 'Zur Absicherung der Laboruntersuchungen ist es notwendig, Komponenten aus Nickellegierungen herzustellen und sie unter realen Bedingungen in Kraftwerken zu testen', betont Helmut Tschaffon, Leiter 700°C-F&E-Aktivitäten bei E.ON Energie. 'Dazu gehört auch, dass die Werkstoffe den in einem Kraftwerk üblichen Betriebsbeanspruchungen wie An- und Abfahrvorgänge oder Lastwechsel standhalten.' 'Wir gehen davon aus, dass sich die positiven Eigenschaften des Alloy 617 B occ in den Tests bestätigen werden und wir diesen Werkstoff bald vermarkten können', erklärt Dr. Jutta Klöwer, Leiterin Forschung und Entwicklung bei ThyssenKrupp VDM. 'Damit sind wir dem Ziel, effizientere und CO2-arme Kraftwerke zu bauen, mit denen ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird, erheblich näher gekommen.' Und auch Tschaffon ist überzeugt, dass auf Grund dieser Entwicklung mit dem Bau von 700-°C-Kraftwerken im Laufe dieses Jahrzehnts begonnen werden kann." stahlmarkt, Frankfurt/M., Heft 08/2010
Quelle: BI Nr. 34 / 2010 |