 Bergbau-Information
Presseinformationen des Gesamtverband Steinkohle e. V.
Auszüge und Presseinfos aus den Bergbau-Informationen zum nachlesen. Immer aktuell und informativ.
"STEINKOHLENBRANCHE HOFFT AUF RASCHE KONJUNKTURERHOLUNG" "Sind das weitere Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung? Die deutschen Kraftwerksbetreiber haben im Oktober 2009 wieder mehr Steinkohle importiert. 2.109.294 Mio. t SKE bedeuteten einen Zuwachs von immerhin 25 % gegenüber dem Vormonat. Allerdings: Im September wie auch im August war der Bedarf der deutschen Stromerzeuger nach importierter Steinkohle auch extrem niedrig, und: Kumulativ blieben die Steinkohlenimporte für den Kraftwerkseinsatz nach zehn Monaten 2009 mit insgesamt 18.809.881 Mio. t SKE relativ deutlich, um etwa 7 %, hinter dem Vergleichswert von 2008 zurück. Dennoch, es macht sich Hoffnung breit in der deutschen Steinkohlenwirtschaft, dass im Zuge einer vielleicht doch rascheren Konjunkturerholung auch der Verbrauch in nächster Zeit wieder anziehen wird. Genährt wird diese Hoffnung nicht nur vom Kohlemehrbedarf der Stromerzeuger, sondern auch von der deutschen Stahlindustrie, die ebenfalls zu den großen Kohleverbrauchern hierzulande zählt. Nach dem Katastrophenjahr 2009 mit einem Rückgang in der Stahlerzeugung von 28 % auf knapp 33 Mio. t werde die Produktion in diesem Jahr wieder wachsen, ist Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, überzeugt: 'Wir erwarten eine Zunahme zwischen 10 und 15 % auf dann 36 bis 38 Mio. t', sagte er kurz vor dem Jahreswechsel - womit auch der Kohlebedarf der Stahlfirmen wieder ansteigen dürfte. Kerkhoff warnte aber auch vor zu viel Euphorie. Zwar gebe es in immer mehr Stahl verarbeitenden Branchen Anzeichen dafür, dass der Tiefpunkt durchschritten sei, 'die Lage ist jedoch weiterhin fragil und der Erholungsprozess noch nicht selbsttragend'. Als ein Problem für die Branche könnten sich stark steigende Preise für Eisenerz erweisen, die von führenden Analysten derzeit als Folge der wirtschaftlichen Erholung für 2010 prognostiziert werden. Vom womöglich wieder wachsenden Kohlebedarf wollen aber nicht nur die deutschen Kohleimporteure profitieren, sondern auch die RAG, die die sechs verbliebenen heimischen Steinkohlenbergwerke betreibt. Nach einem extrem schwachen ersten Halbjahr 2009, in dem der Steinkohlenverbrauch hierzulande um immerhin 22 % zurückgegangen ist, sei es in der zweiten Jahreshälfte wieder spürbar besser geworden, einmal weil sich die Stromerzeugung wieder etwas stabilisiert und zudem die Stahlproduktion angezogen habe: 'Dadurch sind Verbrauch und Absatz von Steinkohle wieder gestiegen', sagte ein wieder etwas zuversichtlicherer RAG-Chef Bernd Tönjes der 'Leipziger Volkszeitung'. Er gehe davon aus, dass sein Unernehmen die selbst gesteckten Absatzziele für 2009 erreicht haben wird. Nach vorläufigen Zahlen liegt die Steinkohlenproduktion der RAG 2009 bei rd. 13,8 Mio. t. Tönjes brach erneut eine Lanze für die Steinkohle, die seiner Meinung nach auch künftig eine wichtige Rolle in der deutschen Energieversorgung spielen müsse: 'Unsere Energieimportabhängigkeit wird langfristig zunehmen. Wenn Deutschland in zehn Jahren aus der Steinkohle und wenige Jahre später auch aus der Kernenergie aussteigen sollte, wenn die eigenen Öl- und Gasvorräte erschöpft sind, verbleiben neben den erneuerbaren Energien nur noch die Braunkohle als heimische Energie, wobei auch die Braunkohle im Hinblick auf den Klimaschutz unter Druck geraten ist.' Der RAG-Chef hält es für einen großen Fehler, wenn in Deutschland bei allen klimapolitischen Vorteilen die energiepolitischen Hoffnungen allein auf den Erneuerbaren ruhen würden. Die Welt könne auf lange Sicht nicht auf die fossilen Energieträger verzichten, wozu auch die Kohle zähle. Aber auch Tönjes gibt zu: 'Ihre Nutzung muss CO2-ärmer werden.'" Energie Informationsdienst (EiD), Hamburg, vom 11.01.2010
Quelle: BI Nr. 02 / 2010
"DEUTSCHER ENERGIEMIX 2009 WEITGEHEND STABIL" "Düsseldorf - Die deutsche Stromerzeugung stand 2009 auf einer unverändert breiten und stabilen Basis. In diesem Jahr könnte die Kernenergie an Anteilen verlieren, sollte nicht rasch eine Lösung in der Laufzeitenfrage gefunden werden. Nach ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte die Kernenergie 2009 noch einen Anteil von unverändert 23 % an der deutschen Stromerzeugung. Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Hildegard Müller, verwies vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung darauf, dass in diesem Jahr mit Neckarwestheim sowie Biblis A und B mehrere Meiler abgeschaltet werden müssten, sollte es keine Einigung auf eine Laufzeitverlängerung geben. 'Es gibt Handlungsbedarf', sagte Müller in Düsseldorf. Sie erwarte eine Lösung in der Frage allerdings nicht vor Oktober, wenn die Bundesregierung ihr neues energiepolitisches Gesamtkonzept vorlegen wolle. Müller räumte zugleich ein, dass es in der Laufzeiten-Frage auch innerhalb der deutschen Energiewirtschaft unterschiedliche Interessen gibt. 'Eine Verlängerung hätte auch wettbewerbliche Konsequenzen, die man beachten muss.' Nach BDEW-Schätzungen wurde im vergangenen Jahr etwa 6 % weniger Strom in Deutschland erzeugt als noch 2008. Vor allem der Absatz bei den Industriekunden war deutlich gesunken. Mit unverändert 42 % basierte auch 2009 immer noch der größte Anteil der Stromerzeugung auf dem Einsatz von Kohle. Die erneuerbaren Energien legten um einen Prozentpunkt auf jetzt 16 % zu. Die Branche sei damit dem 30%-Ziel der Bundesregierung bis 2020 wieder einen Schritt näher gekommen, so der Verband. Dennoch könne das Land bei der Stromproduktion in absehbarer Zeit auf keinen Energieträger verzichten." Börsen-Zeitung, Frankfurt, vom 15.01.2010
Quelle: BI Nr. 02 / 2010
"MINENBETREIBER RÜSTEN SICH FÜR KOHLEBOOM" "London/Sydney - Der für die Stahlbranche wichtige australische Kohlesektor wird neu geordnet. Am Dienstag kündigte der Rohstoffkonzern Macarthur Coal an, er werde den Rivalen Gloucester Coal für 591 Mio. US-$ übernehmen. Außerdem kauft Macarthur drei weitere kleinere Unternehmensbeteiligungen. Insgesamt entsteht ein Anbieter mit 3 Mrd. US-$ Marktwert. Rohstofflieferanten bringen sich derzeit durch Übernahmen für einen Aufschwung in Asien in Stellung. Wirtschaftsindikatoren deuten darauf hin, dass er bald einsetzen könnte. Vor der Rezession trieb vor allem die Stahlproduktion das Wachstum von Schwellenländern wie China. Macarthur ist schon Marktführer in Australien und festigt mit dem Geschäft seine Position im Stahlgeschäft in Asien. An der Firma sind unter anderem die Stahlhersteller ArcelorMittal und Posco beteiligt. Das rohstoffreiche Australien ist einer der wichtigsten Lieferanten für Stahlwerks- und Kraftwerkskohle. Die Szene kleiner und mittelgroßer Anbieter des Landes schrumpft derzeit jedoch durch Übernahmen. So hatte kürzlich der chinesische Konzern Yanzhou Coal den australischen Rivalen Felix Ressources für 2,9 Mrd. US-$ gekauft. Die chinesische Rohstoff-Holding Citic ist gleichfalls Großaktionärin bei Macarthur. China ist rohstoffarm und kauft sich derzeit weltweit bei Rohstofflieferanten ein, um Liefersicherheit für industrielle Grundstoffe zu erreichen. Der Aufbau eines Mitsprache sichernden Anteils beim australischen Rohstoffkonzern Rio Tinto, einem der drei größten Rohstoffproduzenten der Welt, scheiterte allerdings bislang am Einspruch der australischen Regierung. Bei der am Dienstag gemeldeten Übernahme verkauft die in Singapur notierte Rohstoffholding Noble Group ihre Tochter Gloucester Coal an Macarthur. Noble wird zudem einen Anteil von knapp 80 % an seiner Tochter Donaldson Coal und 25 % an Middlemount Coal an Macarthur verkaufen. Auch vom Großaktionär Citic kauft Macarthur Unternehmensteile. Die vergrößerte Gruppe wird künftig acht Kohleminen betreiben, die über vier australische Häfen exportieren können, sagte Macarthur-Chefin Nicole Hollows. Sie deutete an, dass sie den Konzern weiter durch Käufe vergrößern will. 'Es wird weitere Übernahmen geben, wenn es für uns Sinn ergibt', sagte Hollows in einer Telefonkonferenz. Die Weltwirtschaftskrise hatte zwischenzeitlich zu einem Stop der zu Boomzeiten einsetzenden Marktbereinigung im Rohstoffsektor geführt. Unter anderem gab der eine breite Produktpalette anbietende weltgrößte Rohstoffkonzern BHP Billiton den Plan auf, den Konkurrenten Rio Tinto zu kaufen, Xstrata brach den Versuch ab, den Konkurrenten Anglo American zu übernehmen." Titus Kroder und Peter Smith in: Financial Times Deutschland, Hamburg, vom 23.12.2009
Quelle: BI Nr. 01 / 2010 |